Palm vs Apple - iTunes 9.0.2

Das Katz und Maus - Spiel geht in die nächste Runde. Apples iTunes Update 9.0.2 hat mal wieder Palm Pré ausgesperrt. Ein Wunder wenn es für länger wäre.

Entgegen dem internationalen Diktum, das Palm das iTunes-Hacken sein lassen sollte, und lieber brauchbare Software für die Pré-Integration in Mac OS X schreiben sollte, bitte ich Palm darum weiter zumachen.

Ja, es ist sinnlos. Ja, es gibt bereits bessere Alternativen. Ja, der einzig wahre Weg ist über das Dateisystem.

Es geht doch gar nicht darum. Und ich denke das es den Ex-Apple Leuten bei Palm mehr als klar ist. Es geht nicht darum zu zeigen, dass man Apples Versuch, iTunes proprietär zu halten, aus hebeln kann. Es geht nicht darum, sich kostenlos Zugang zu einem Sync-Programm zu verschaffen. DoubleTwist tut es ja auch. Oder man geht den sinnvollen Weg über das Dateisystem. So etwas gibt es!?! Man kann Musik-Dateien kopieren? Von einem Gerät zum anderen? So etwas ist erlaubt? Man braucht dafür kein Programm? Sondern eine Dateiverwaltung? Für die durchgesetzte Vorstellung beim Kunden, man bräuchte dafür ein besonderes Programm, meine Hochachtung an Apple!

Es geht einzig und allein darum, aufzuzeigen, dass Apple nicht mehr der weiße Ritter ist. Keinesfalls mehr die Firma für den Rest von uns. Keines Falls mehr ein Außenseiter ist. Apple ist genau so geldgierig und ein ebensolcher Spaß- und Spielverderber, Prozesshansel, wie jede andere gewerbliche Firma auch. Da ist kein Nimbus mehr aus der Zeit, zu der man System 6 nach Hippie-Manier frei kopieren durfte. Da gibt es kein Update-Programm mehr für alte Hardware. Da gibt es nur die Hoffnung, den Kunden nach allen Regeln der Mikroökonomie zu melken. Freie Güter zu abrechenbaren Gütern werden zu lassen.

iTunes unterstützte einmal eine ganze Reihe von Non-Apple-MP3- Playern. Vergessen? Nun ist die Software zum Verkaufsportal für die Inhalte-Industrie verkommen, deren Ziel es ist deren Inhalte mehrfach zu verkaufen, oder iPods. Und deswegen unterstützt man alle iPods und sonst nichts. Es würde mich nicht wundern, wenn Neelie Kroes Apple zu einem entsprechenden Busgeld verhelfen würde, wie es Intel und Microsoft bereits erbettelt haben. iTunes ist das alleinige Verkaufsportal das Apple ungefragt mit liefert und installiert. Ohne das man Konkurrenten die Möglichkeit gäbe, entsprechend eigene Software auf einem neuen Mac im Auslieferungszustand zu installieren. Im Grunde die selbe Falle in die Microsoft und Intel gehüpft sind.

Ich sehe das die öffentliche Kritik an Palm, wegen der wiederholten Demütigung von Apple, die zweifelsohne weitergehen wird, weitergehen muss, einzig und allein aus dem Grund veröffentlicht wird, weil dort die Sorge um den überholten Nimbus Apple besteht. Egal welche coole Werbung Apple noch schalten wird. Wenn man die Nutzer bevormundet, durch technisch nicht notwendige Einschränkungen ein zwängt, wird man auf Dauer das Saubermann-Image nicht halten können. Vor allem dann nicht, wenn jemand die hässliche Seite ausleuchtet.

Richtig ist, das bei dem Katz und Maus Spiel keiner gewinnen wird. Auch Palm verliert dabei. Nur Apple noch mehr. Es ist aber auch ausschließlich an Apple diesem unwürdigen Spektakel ein Ende zu bereiten: Öffnet iTunes für andere Smartphones! Zeigt Größe. Zeigt, das euer phoniPod aka iPhone sich nicht vor Palms Pré und den anderen Smartphones verstecken muss.

Und deswegen die Bitte an Palm: Go on! Hack it!