OpenOffice.org ist nun auf Mac OS X zu Hause

Die Alpha-Version, die ich vor einigen Wochen installierte und testete, funktionierte schon ganz gut, bis zum ersten Drucken, dann ging nichts mehr, oder die Graphik-Ausgabe war einer Kollage näher. Doch mit der Beta sieht es so gut aus, dass ich es wage, Ihnen OpenOffice.org für Mac OS X vorzustellen.

Was ist an diesem Bild falsch? Die Nutzer von NeoOfficeJ werden sagen, dass der Programmname falsch sei, aber sonst ... nichts. Nein, es ist nichts falsch, und denjenigen, denen nichts auffällt: OpenOffice schafft es nun scheinbar wirklich nativ auf Mac OS X zu landen. Lange hat es gedauert, denn die letzte, offizielle und auch verfügbare Fassung davor, die nativ unter Mac OS lief, war StarOffice 3.1.

Es ist wie gesagt immer noch eine Beta-Version, und die Leute vom Mac OS X Port bei OpenOffice.org empfehlen nachdrücklich die Dokumente gründlich zu sichern, am besten mit Time Machine, womit eine Frage geklärt ist: ja, es läuft unter Leo aka Mac OS X 10.5 (auf Intel-Macs). Und auch gleich das Andere sollte gesagt sein, es läuft auch auf PowerPC-Macs (unter Mac OS X 10.4). Und da das ganze auch noch unter der LGPL steht, dürfen die Befürworter und Fans von Open Software auf dem Mac berechtigter Weise aus tiefster Überzeugung ein Jipieieh Schweinebacke von sich geben.

Nicht nur, dass OpenOffice nach Jahren der Odyssee nun nativ unter Mac OS X angekommen ist, nein, die Mac OS X Fans dürfen sich auch gleich die Beta der Version 3.0 antun. Und die hat es in sich. Denn, entgegen bisheriger Versionen, die mit dem Import von alten StarOffice 3.1-Dateien zuweilen nicht zu Recht kommen wollten, liest die neue Version auch die alten Dateien, als wäre es das Standard-Dateiformat. Im Finder mit OpenOffice.org 3 verknüpfen, und schon geht es.

Wieder zurück zur Zwischenlösung geht es bei der Version 3, die nun unter MacOS X zumindest als eine Applikation daherkommt, bei deren Start man aus dem Angebot wählen kann. Keine Einzelapplikationen also.

Was noch nicht Mac-like ist: die Werkzeugleisten aka Schaltflächen werden im Dokumentenfenster und nicht unterhalb des Menüs angezeigt. Paletten, wie zum Beispiel die Format-Vorlagen, die Mac-unbrauchbar auf F11 liegt, erscheinen als eigenes Fenster und, sehr schön gelöst, werden mit dem zugehörigen Dokumentenfenster verschoben, wenn man das Dokumentenfenster bewegt. Leider auch komplett aus dem Bildschirm hinaus, womit für gehörige Verwirrung gesorgt ist.

Die andere Seite wiegt 428 MByte groß, der Umfang der PowerPC Variante entpackt und bereit zur Arbeit. MacOS X 10.5 verlangt mindestens 512MB RAM. Wenn ein Office-Paket dann 428MB groß ist, passen meiner Meinung nach die Proportionen nicht. Den Beta-Status erkennt man auch in der bisher nur teilweise vorliegenden Lokalisierung ins Deutsche.

Wer sich trotzdem nicht abschrecken lassen möchte, Time Machine sei Dank (?), der kann einfach bei OpenOffice.org die Beta-Version laden. Nein, ganz so einfach ist es nicht, wenn Sie nicht wissen, wo Sie suchen sollen. Die Software ist nur über eine einige Webseiten zu finden, und man muss wissen, dass es eine OpenOffice.org Mac-Ports Seite gibt. Aber ich will Ihren Enthusiasmus nicht bremsen, hier die Links zu den Seiten mit der Intel- beziehungsweise PowerPC-Version:

Aqua PowerPC Beta Version von OpenOffice.org 3
Aqua Intel Beta Version von OpenOffice.org 3

In der Zeile, die mit "Bittorrent de" beginnt, nehmen Sie bitte, falls Bittorrent klemmt, einfach einen der drei folgenden Spiegelserver, die Ihnen das .dmg Archiv direkt liefert.