Linux auf einem MacBook Pro (Update)

MacOS X ist zwar ein netten Zweit-OS (und ich würde es um keinen Preis gegen Windows eintauschen)
aber richtig arbeiten kann ich doch nur mit Linux. Also musste Linux so schnell wie möglich auf mein
neues MacBook Pro.

MacOS X ist zwar ein netten Zweit-OS (und ich würde es um keinen Preis gegen Windows eintauschen)
aber richtig arbeiten kann ich doch nur mit Linux. Also musste Linux so schnell wie möglich auf mein
neues MacBook Pro.

Und ich muss sagen es ging erstaunlich einfach, wenn man ein paar Fallen
vermeidet. Aber der Reihe nach.


  1. Bei meiner Installation hab ich mich im Wesentlichen an die Anleitung bei
    OpenSuSE
  2. gehalten.

  3. Der erste Schritt ist OS X neu zu installieren und dabei passend zu partitionieren.
    Dazu boote man von der System CD und startet dort "Festplatten Dienstprogramm".

    Am Besten legt als erste Partition eine ausreichend große MacOS X Partition an (bei mir sind es 56GB)
    und lässt den Rest erst mal frei! Hier lauern nämlich die ersten der besagte Fallen:


    • Die Linux root Partition muss auf einer der ersten vier Partitionen liegen.
      REFIt (s.u.) legt anscheinend eine Pseudo MBR-Partitonstabelle an, von der dann lilo das Linux booten kann. Dabei werden aber nur die ersten vier Partitionen übernommen.
    • Da das GPT-Partitionschema offenbar kein leeren Raum zwischen zwei Partitionen erlaubt, kann man keinen Zwischenraum für weitere Partititonen freilassen.
      Man muss also weitere MacOS X Partitionen auf später verschieben und erst mal Linux einrichten.
      (Das "Festplatten Dienstprogramm" zeigt die Partitionierung zwar wie gewünscht an, aber unter Linux sieht man
      dann das alle Partitionen direkt aufeinander folgen und der leere Platz am Ende liegt.)

    Genau in diese Falle bin ich bei meinem ersten Versuch getappt.
    Meine root-Partition kam erst an Position 5,
    da vorher die obligatorische Treiberpartition, zwei hfs+ und swap liegen sollten.
    Alle Anleitungen, die ich im Netz gefunden habe, packen zwar die root-Partition auf /dev/sda3,
    aber keine schreibt warum das so sein muss. Nun hier steht es jetzt.

    Wenn alles soweit partitioniert ist, sollte man erstmal OSX wieder instalieren.

  4. Als nächstes muss rEFIt installiert werden, damit später
    Linux gebootet werden kann. Das ganze geht recht einfach mit OSX-Disk-image und Installer.
    Einzig die Installation auf eine andere als
    die Root-Partition von OSX wollte bei mir nicht so recht klappen.
    Auf der MacOS X root Partition ging es aber anstandslos

    Nach einem Reboot sollte dann der rEFIt Boot-Loader erscheinen.
    BootCamp wird dank rEFIt nicht benötigt

  5. Nun geht es an die Linuxinstallation. In meinem Fall hab ich dazu die OpenSuSE-10.2-DVD ins Laufwerk geschoben und
    im rEFIt-Menü als Boot-Quelle ausgewählt.
    Und hier lauert eine weitere Falle.
    Wenn irgend möglich sollte man eine externe USB-Tastatur zur Hand haben.
    Leider hat sich bei SuSE ein Bug in das Boot-Menü der Install-DVD (und auch CD) geschlichen. In ca 2/3 der Fälle
    blockiert die Tastatur. Hat man aber eine extern Tastatur angeschlossen und zieht diese aber und steckt sie wieder
    ran, löst sich die Blockade.
    Dann also flugs Installation ausgewählt und in den Installer gebootet.
    Dannach geht alles SuSE-typisch einfach.
    Einzig bei der Partitionierung muss man etwas aufpassen, die bestehen de OSX-Partition,
    auf der ja auch der rEFIt liegt, nicht zu zerschießen.
    Nebenbei bemerkt, ich habe wieder eine Exchange-Partition (1GB, hfs+) angelegt.
    Ich traue werde dem Linux hfs+-Treiber noch den ext2-Treibern unter OSX soweit,
    dass ich sie ohne Not an wichtige Partitionen ließe.
    Und bei einer 120 GB Platte ist wohl genug Platz da.

    Nachdem alle wichtigen Angaben gemacht sind, beginnt SuSE die Software zu installieren.
    Man sollte bei der Softwareauswahl darauf achten, lilo mitzuinstallieren.
    Den brauchen wir später noch.
    Meinem Einruck nach geht die Installation dabei schneller zu Werke als bei OSX.
    Jedenfalls nach ca. 45 min kam es zum Reboot.
    Die Installation des grub scheitert übrigens.
    Ist aber unwichtig. Das fixen wir später.

  6. Nach dem Reboot muss rEFIt-Menü mit der neuen Partitiontabelle vertraut gemacht werden. Dazu wählt man im rEFIit das kleine "Festplatten"-Symbol in der unteren Zeile aus.
    Nun fehlt nur noch ein Bootloader.
    Dazu booten wir wieder in die SuSE-DVD und dort ins Rettungsystem (Rescue-system). Dort wechseln wir mittels chroot auf unser frisch installiertes System und richten lilo ein (ich nehme im Folgenden an, dass die root Partition auf der dritten Partition, d.h. auf /dev/sda3 liegt.):

    mount /dev/sda3 /mnt
    mount -t proc none /mnt/proc
    mount -o bind /dev /mnt/dev
    chroot /mnt /bin/bash
    grep -v rootfs /proc/mounts > /etc/mtab

    Falls man lilo doch vergessen hat, muss es nun schnell nachinstalliert werden:

    mkdir /cdrom
    mount /dev/hda /cdrom
    cd /cdrom/suse/i586/
    rpm -Uvh lilo-22.7-43.i586.rpm

    Und nun dies in /etc/lilo.conf eintragen:
    boot=/dev/sda3
    prompt
    default=Linux
    timeout=5

    image=/boot/vmlinuz
    label=Linux
    initrd=/boot/initrd
    read-only
    root=/dev/sda3

    und einmal lilo starten:

    lilo

    Die Warnung

    Warning: paritition type 0xED on device 0x0803 is a dangerous
    place for a boot sector.

    Proceed? [N/y]

    habe ich mutig ignoriert und mit "Y" benatwortet.
    Wenn dann alles gutgegangen ist, steht dort ein
    added linux *

    Nun kann man mit einem Reboot zurück zum rEFIt Menü gehen und dort das frisch installiert Linux starten.
    SuSE-typisch meldet sich der Installer noch eine mal und richtet die fehleden Dienste, User etc. ein.

  7. Das Einzige was nun noch unbedingt nachzutragen ist, ist die X11-Konfiguration. SuSE stellt standardmäßig
    den VESA-Treiber ein. Das ist im Prinzip auch O.K., da die ATI X1600 anders nicht unterstützt wird. Leider mag
    der VESA-Treiber die 1440x900 Auflösung nicht und betreibt das Book mit 1024x768. Sehr unschön.

    Also muss der proprietäre Treiber
    von ATI AMD ran. Dazu einfach die Heruntergeladene Datei starten und rebooten.
    Damit läuft dann aber X11 nahezu problemlos.

  8. Was geht und was geht nicht

    • X11 läuft (s.o.)

    • Die Konsolen laufen nicht im Framebuffer, wie man es bisher von Linux auf Macs gewohnt war

    • Sound läuft auch auf Anhieb

    • WLAN läuft bei mir noch nicht. Zwar verbaut Apple einen Atheros-Chipsatz. Und diese werden von Linux
      mit dem MadWiFi-Treiber unterstützt, aber leider noch nicht der neue 802.11n-Chipsatz.
      Mit ndiswrapper soll es aber gehen.
      UPADTE: Es gibt auch noch keine 64bit Windowstreiber für den verbauten Atheros 5416. Daher geht ndiswrapper auf meinem 64bit-Linux auch nicht. Auf einer 32bit Installation, soll es aber gehen.
    • Die Spezialtasten (z.B. fn) gehen auch noch nicht. Aber auch dafür gibt es Abhilfe
    • Bluetooth hab ich noch nicht versucht.
    • Die Kamera soll gehen, aber hab ich auch noch nicht versucht.
    • Ebensoweni, die Fernbedienung

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Kommentare

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OpenSuSE Linux auf einem MacBook Pro

Nachdem ich mindestens 3 Linux Distributionen in letzter Zeit sowohl auf PowerPC als auch auf i386 Hardware installiert habe, bzw. den Versuch unternommen habe, fällt mir bei deiner Beschreibung doch einiges für den Linux-Einsteiger bzw. dem typischen Endanwedner auf:

OpenSuSE scheint für den Einsatz auf dem MacBook alles andere als geeignet zu sein. Das mit der Tastatur ist ein gut dokumentierter Fehler den es immer noch gibt, erstaunlich. Das Apple- / PowerPC-Booten unter OpenSuSE ist immer noch eine SuSE Eigenart, anstatt sich den weit besseren Non-SuSE Standard anzuschließen, der benötigt keine Rescue-Console zum installieren des Boot-Loaders.

Auf der anderen Seite gebe ich dir Recht, auch ich würde alle Stolpersteine aus dem Weg räumen um _meine_ Linux Distribution zum laufen zu bekommen ;-)

Re: OpenSuSE Linux auf einem MacBook Pro

Hallo,

Das mit dem Einrichten des Bootloader ist bei anderen Distris auf dem MacBook Pro auch ein wenig von hinten durch die Brust (Ich such zuhause mal die URls zusammen). Und ehrlich gesagt, ich habe nicht probiert, was passiert, wenn man gleich bei der Installation lilo auswählt. Der Boot-Weg bei den Intel-macs ist jedenfalls der Non-SuSE-Standard nämlich rEFIt+Standard-Bootloader. Nur muss man die Distri erst dazu bringen den Bootloader dahin zu packen, wo rEFIt ihn findet.

Im Übrigen ab 10.1 nimmt SuSE beim PPC den Standard-yaboot-Weg.

Das mit der Tastatur ist aber in der Tat _sehr_ ärgerlich. Interessanterweise ging es beim ersten mal nach längerer Pause immer, erst Reboots machten Probleme.

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