MaPiVi

Wenn es etwas anderes als f-spot sein darf. Wobei ich nicht unterstellen möchte, dass MaPiVi f-spot komplett ersetzen könnte. Noch dass beide vergleichbar wären. Ganz im Gegenteil. Sie sind sehr verschieden.

mapivi ist in Debians Lenny Repository gut versteckt, man wird kaum aus Zufall darauf kommen. Leider. Eigentlich steht MaPiVi für Martin's Picture Viewer (das Apostroph kommt nicht von mir). Es ist ein kleines Tool, das aus der Notwendigkeit entstanden ist, Exif-Daten zu manipulieren. Der Basis-Perl/TK ist auch das Aussehen geschuldet. Es sieht wie eine altbackene X11-Anwendung aus. Und wer sich davon beeindrucken lässt und das Programm zur Seite legt, der verpasst etwas. Aber eine Warnung sei noch angebracht: MaPiVi versteht sich mit JPEG-Dateien. Und zwar so gut, dass alles andere, soll es in MaPiVi erscheinen, nach JPEG konvertiert werden muss. Also nichts für RAW- oder PNG-Sammler.

Es ist eines der wenigen Tools, mit denen man das Aufnahmedatum eines Bildes in den Exif-Daten ändern kann. Auch sonst bietet es alle Möglichkeiten, die man von einer Photoverwaltung erwartet, nur nicht so, wie man sie von den GUI-Programmen kennt. Der Datei-Import ist konfigurierbar und geht über einen einfachen Knopf hinaus. Wem die Manipulationen, die via imagemagik bereit gestellt werden, nicht genügen, kann ein Bild in Gimp öffnen. Man kann Ordner vergleichen, man kann Dateilisten exportieren, man kann Dateien umbenennen, verschieben, Html-Gallerien erstellen lassen, einen Copyright-Vermerk oder ein Wasserzeichen anbringen ...

Wenn Sie sich fragen, wieso man das Exif-Datum ändern möchte? Zum Beispiel, wenn Sie ein Dia mittels Diascanner oder einen Abzug eingescannt haben, und Sie möchten, dass das Verwaltungsprogramm das Bild anhand des Exif-Eintrags richtig einsortiert. Damit das eingescannte Bild am Tag der Aufnahme erscheint, nicht am Tag, an dem Sie es gescannt haben.

Ich muss zugeben, ich selbst kratze bei MaPiVi noch an der Oberfläche und nutze im Moment noch die Dinge, die mir kein anderes Programm bietet. Oder bei denen MaPiVi schneller ist. Zum Beispiel beim Drehen der Bilder. Aber ich bin mir sicher, dass ich noch viel entdecken werde.

Was MaPiVi (noch?) nicht kann sind mit Sicherheit: HDR und Panoramen.

Wer kein Debian hat, der muss nicht verzweifeln. Wenn es in Debian ist, ist es frei. Und das Projekt ist auf Sourceforge gelistet: mapivi.sourceforge.net

Selbst wer kein GNU/Linux am laufen hat muss nicht auf MaPiVi verzichten, es soll auf Windows laufen (eigener Installer), und wer Perl/TK auf Mac OS X am Laufen hat sollte auch die Perl-Sourcen von MaPiVi zum Laufen bekommen.