Mac Gerüchte vor dem aus?

So langsam muss man sich schon fragen: Geht das noch gut mit den Gerüchten um neue Mac Produkte? Wissen Sie, welches Display der Nachfolger des Nachfolgers des aktuellen iPads bekommen soll? Rechnen Sie schon mit Sandy-Bridge? Ihre Hardware hat schon LightPeak? das phoniPod 5 bekomt ein kleines Modell, nein, ein billigeres Modell, nein, das phoniPod 4 wird günstiger? Und dann kommt noch ein kleines Paddle?

Völlig egal, was kommt, eines steht fest: Apple wird im kommenden Jahr ein Feuerwerk an unglaublich tollen Produkten zünden. Dieses Statement gibt Apple besonders dann gerne ab, wenn nichts aufregendes passieren wird.

Laut aktuellen Technischen Informationen von Apple Deutschland, Stand 20.2.2011 verkauft Apple den MacPro noch mit Westmere Prozessoren oder einem Nehalem. Entweder Apple holt die aus dem Museum, oder die Informationen der Web-Seite sind falsch, denn die meisten der dort stehenden Prozessoren sind laut ark.intel.com inzwischen Bloomfield Prozessoren, also aus der Nehalem Serie. Wir können aber getrost festhalten, das Apple die Sandy-Bridge Prozessoren nicht vorab bekommen hat und vorab ausgeliefert hat. Jetzt werden Sie sagen: Zum Glück, gab doch Fehler. Davor mußte man aber, wegen des eher unglaublich guten Performance-Wert bei niedrigen Verbrauch, sagen: Apple wo seit ihr? Und ich frage jetzt: Apple, was tut ihr? Wo ist eure Kompetenz?

Bei den iMacs haben gerade in den Top-Modellen die Quad-Cores einzug gehalten, die Standard-Konfiguration der iMacs beinhaltet aber eher die Einstiegs-Varianten der Core iX Reihen, etwas was man von Apple eher anders kennt. Darf man sagen, das Apple den guten Ruf Top-Prozessorleistung zu liefern, nun versilbert, indem man hohen Margen durch billige Intel-Prozessoren schafft? Oder ist das ein Vorgriff auf einen System-Switch, um nachher behaupten zu können, die Intel-Prozessoren seien zu langsam?

Regelrecht grottenschlecht wird es beim miniMac, weswegen wir das Tuch des Schweigens über diese blamable Leistung legen. Ein Core 2 Duo.

Besser sieht es beim den phoniPods aus, nachgefragt wie nie, Margen wie im siebten Himmel. Alles paletti, wäre da nicht die geschürte Erwartungshaltung der Analysten und Kunden. Schneller, besser, breiter, billiger. Die Kunden erwarten schnellere und bessere Hardware zum gleichen Preis und alle Jahre etwas neues. Die Analysten wollen eine breitere Basis mit mehr Produkten sehen. Und alles was Apple tun wird, im Feuerwerk der neuen Produkte, ist ein phoniPod v5 an zu bieten, und das dann alte phoniPod v4 ein bisschen billiger. Phänomenales Feuerwerk an Innovationen.

Beim iPaddle v2 giert der Mob bereits nach einer Retina-Display-Hochauflösung, die Apple unvorsichtiger weise beim phoniPod v4 eingeführt hat. Und wird enttäuscht. Nein. So etwas gibt es bei wahren Mac-Fans nicht. Man verschiebt die Erwartung auf den Nachfolger des Nachfolgers.

Es herrscht Umbruchstimmung in der IT Branche. Von Apple mit angestoßen und mitten drin im Strudel, ohne dass eine klare Richtung zu erkennen wäre. Intel legte mit Sandy-Bridge zwar die Latte wie gewöhnlich ein ganzes Stück höher, strauchelt aber vor dem Absprung und reißt die Latte im ersten Versuch. AMD schlingert dahin, mit tollen Prozessoren im High-End Bereich, aber bei den Desktops stimmt weder die Top-Leistung noch der Stromverbrauch. Ein neues Design fehlt. Das liefert ARM alle 6 Monate, mit dem Problem, das die Designs bis zu 4 Jahre benötigen, bis die Produkte auf dem Markt sind. nVidia hat sich selbst in den Sumpf geschmissen, als man sich mit Intel anlegte, die Chipsätze verlor und sich nun auf ARM stürzt. Auf der Strecke blieb das Verhältnis mit Apple. nVidia zog sich zwar am eigenen Schopf aus dem Sumpf, taktiert nun aber mit Microsoft, um im Zoo der ARM-Designer der Zuschauermagnet zu werden. Apple hat sich für die Boom-Branche Smartphone nicht nVidia sondern Samsung ausgewählt und betreibt eine eigene Prozessor-Schmiede. Zwar kauft Apple viele Hämmer, aber richtig zuschlagen tun die auf Apples Amboss nicht. Vielleicht, weil man den Amboss mit Augenbinde so schlecht findet. Die Augenbinden, damit man nicht die tolle Ausrüstung von Apples Schmiede nach außen trägt. Nicht Missverstehen, die Apple Prozessoren sind gute Technik, genau dass, was Apple benötigt. Eben genau dass, angepasstes Design, keine Innovation.

Wohl für viele überraschend, die Kunden kaufen billige Produkte, bei NetBooks genügen Prozessoren, da hätte man sich früher geschämt dafür. Die Bildschirm-Auflösung fristet ein Sklaven-Dasein im Zwinger der Fernsehnorm HD und Full-HD. Windows interessiert nicht mehr, solange ein Browser auf dem Teil läuft. Davon abgesehen gibt es eh keine Alternative, dank exklusiven Verträgen von Handelsketten und Microsoft. Und jetzt kommen dutzende Firmen mit hunderten von Produkten die sich Tablets nennen und die Laptops kanibalisieren. Ein Produkte, das Intel bereits seit Jahren verkaufen wollte, aber es nicht fertig gebracht hat, kommt nun meist mit ARM Kernen und ohne Windows, bis es Microsoft schafft Windows auf ARM zu portieren.

Und hier kommt nun die Frage an das Orakel: Auf welche Prozessortechnologie soll Apple künftig setzen? Intel? Schnell, teuer, wenig Grafik. AMD? Viel Grafik, billig, verschwenderisch, langsam. nVidia? Viel Grafik, heiß, teuer, langsam und schnell, ungewöhnlich, Konkurrenz. Eigene Prozessoren? Passgenau, geringe Mengen, damit teuer, Fehlentwicklungen kosten die Reputation. Was werden die Kunden kaufen? Was kann man den Kunden andrehen? Wer hat dafür einen Spruch, der alle Eventualitäten ab deckt?

Mir steht der Angstschweiß auf der Stirn. Denn ich sehe bei den Tablets und Paddles keine Wechselspeicher. Alles geschieht über das Internet, in der Cloud, in der die Hersteller selbst die Kommunikation der Nutzer überwachen, auswerten und strafbare Handlungen melden (siehe Sony). Der Nutzer wird entmündigt, die Möglichkeit der privaten Kopie wird gar nicht erst gegeben. Ansonsten verstehe ich nicht, wo Paddles mit 2 oder mehr SD-Kartenschächten bleiben? Ein Diktat der Inhalte-Industrie, weil man sonst keinen Musik-, Video- und Büchershop bekommt, wenn die Daten extern kopiert werden können? Und Apple ist ganz vorne dabei, bei der Entrechtung und Entmündigung der Nutzer.

Und die Herde der Nutzer ist es egal. Hauptsache einfach und intuitiv. Ob das Produktiv ist, ist egal. Solange es unterhält. Man gibt uns Spiele. Und an vorderster Front steht Apple. 1984 war, verglichen mit der Machtausübung von Apple, ein Paradies. Apples Aktienkurs und Wert haben eine Eigendynamik, es darf nicht nach unten gehen. Also muss man dafür sorgen, dass die Kunden mehr umsetzen. Egal mit welchen Mitteln. Und die Mittel werden nicht zimperlich sein. Auch das treibt die Schere, zwischen Anspruch der Mac-Fanatiker und dem was Apple liefern kann, auseinander. Und so muss, früher oder später, die gepflegte Gerüche-Blase um Apple platzen, weil selbst die härtesten Fanatiker erkennen müssen, dass Apple die Träume nicht liefern kann. Und was dann, Apple?

Kommentare

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Viele Hunde sind des Hasen Tod

Im Moment ist die Lage vor allem eines, nämlich unübersichtlich. Platzhirsch Intel liefert irgendwie immer mal wieder was neues und lutscht die Architektur nochmal weiter aus, erstaunlicherweise geht da immer noch was. AMD kommt plötzlich mit sehr konkurrenzfähigen CPU/GPU/APU/WassagstDu-Produkten auf den Markt, die sicherlich auch einschlagen werden, wenn man's denn erst mal kaufen kann. ARM kommt nun urplötzlich aus dem Schattendasein, das der Laden seit Jahren geführt hat und bietet als Basis für z.B. NVidia's Tegra 2 auch sehr nette Alternativen. Wer's dann letzlich baut, Samsung oder TI oder Apple oder sonstwer - egal. Und als ob das noch nicht verwirrend genug wäre geht's bei den Betriebssystemen munter weiter: iOS, Android, WebOS, Tablet OS (RIM), überall bunte Wisch-Bildchen mit eigenem App-Store Market Salespoint die im Prinzip alle das gleiche machen und jeweils auch von IT-Schwergewichten (Apple, Google, HP) gepusht werden. Und fast hätte man's vergessen, auch die Schnarchnasen in Redmond sind mittlerweile aufgewacht und werden in bester Microsoft-Manier wahrscheinlich den Markt von hinten aufrollen (Office-Connectivity nur für Win-Tablets ?).

Wen interessiert da noch das "latest greatest awesome it's so easy incredible" nächste Apple-iDings, das dann der Nachfolger von Steve irgendwann irgendjemandem irgendwo vorstellen wird und das genau das machen soll, was die Apple-iDinger vorher auch schon gemacht haben, nämlich die Leute zum Konsumieren bringen ? Keine Sau. Die Profi-Anwender hätten sich wohl für ein vernünftiges neues Computer-Betriebssystem (neues Filesystem ? Neuer Finder ? Mehr Performance ? Weniger SAT1-Bällchen ?) interessiert, aber da ist kein Anschluß (mehr) unter dieser Nummer. Computer ? Profi-Anwender ? Apple ? Ägypten ?

Und der geneigte Anwender, der wieder mal gar nix kapiert fragt sich, ob er das alles denn überhaupt braucht. Eigentlich wohl eher nicht. Zumindest nicht so viel davon. Eigentlich will man ja nur telefonieren, Fernseh glotzen, im Internet surfen und vielleicht auch mal was ohne Smartphone/Tablet/Internet-TV/Surfpod/Playstation phone machen.

Ich empfehle: Wieder mal ein Buch lesen, das hilft.

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Dann doch lieber gleich Sachliteratur anstatt der darauf aufbauenden Fiktion.
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