fotoxx

fotoxx kommt eher an f-spot heran, vor allem im Bezug auf die Oberfläche. Als Gnome-Anwendung in Gtk. Und bietet eingebaute HDR- und Panorama-Funktionen an. Etwas für die Klicker? Brauchbar? Ja!

fotoxx kommt jedoch leider nicht per Debian Repository, so dass ich das Programm selbst übersetzen muss. Bei Fedora core und OpenSuSE wohl dabei, kann man bei Debian und Ubuntu zwar hier die Pakete im .deb Format laden, aber leider keine für den PowerPC. Vielleicht ein Anreiz für Sie, sich mit dem Compiler auseinanderzusetzen?

Man sollte sich zuerst die Sourcen holen, die gibt es hier:
http://kornelix.squarespace.com/downloads/

Das Archiv entpackt man am besten in den src/-Ordner seines /home-Verzeichnisses. Falls Sie noch keinen Compiler (Ubuntu) oder eine Entwicklungsumgebung haben, genügt es eventuell unter Debian (Ubuntu) die Pakete build-essential und gnome-core-devel zu installieren. Jedoch ohne Gewähr.

Nach dem Auspacken sollte man schauen, ob man alle Abhängigkeiten für fotoxx erfüllt hat. Was recht komfortabel mittel eines Scripts geht. Das Script findet sich im entpackten Ordner, bei mir ~/src/fotoxx-6.7.3/, und trägt den Namen dependencies.sh. Das starten wir mittels ./dependencies.sh.

Wenn Sie nichts sehen, sind alle Abhängigkeiten erfüllt, sie können sofort mit dem kompilieren anfangen. Ansonsten sehen Sie so etwas wie folgendes:

Fotoxx has the following dependencies. The first three are
required for installation and the remaining for operation.
Exact package names depend on your Linux distribution.

g++                  the Gnu C++ compiler and linker
libgtk2.0-dev        GTK graphics library (GUI base)
libfreeimage-dev     FreeImage graphics library
exiftool             read and write EXIF data
ufraw                read digital camera RAW files
xdg-utils            LSB standard Linux utilities

   found:  g++
 missing:  exiftool
 missing:  ufraw
   found:  xdg-open
   found:  /usr/include/gtk-2.0/gtk/gtk.h
 missing:  /usr/include/FreeImage.h
 missing:  /usr/lib*/libfreeimage.so

Please install missing dependencies.

ufraw ist unter Debian einfach zu erfüllen, das Paket heißt ufraw und wird installiert, zum Beispiel durch apt-get install ufraw (mit root-Rechten). libfreeimage-dev ist auch leicht zu finden, unter Lenny aktuell im Repository als Paket libfreeimage-dev, zu installieren mittels apt-get install libfreeimage-dev. Das exiftool hingegen, da kann man etwas suchen, deswegen hier der Trick. Das exiftool ist ein Perl-Programm, eigentlich eine Perl-Bibliothek und ist in Debian Lenny unter libimage-exiftool-perl zu finden, installierbar via apt-get install libimage-exiftool-perl.

Nachdem sämtliche Pakete installiert sind, prüfen wir noch einmal ,ob auch alles erfüllt ist, mittels ./dependencies.sh. Und wie gesagt, keine Ausgabe ist eine gute Nachricht, alles erfüllt. Hoffentlich auch bei Ihnen.

Der Anleitung nach braucht es nun nur noch ein make und sudo make install. Die Ausgabe der Installation sollten Sie sich genau ansehen, zeigt diese doch, wohin der Installer die Dateien geschrieben hat. Unter Debian wird das Programm nach /usr/local/bin/fotoxx geschrieben. Selbst den Launcher kann man unter Debian installieren lassen, selbst wenn der eine Fehlermeldung bringt. make launcher

Wenn das Programm gestartet ist, möchte man in der Regel erst einmal eine Übersicht sehen. Und da kommen wir auch gleich zu einem der größten Schwachpunkte von fotoxx, wie ich meine.

Wie leicht zu sehen ist, können Sie zwar einen Ordner laden und die Bilder reihenweise betrachten, vielleicht ein guter Ansatz. Aber sie kommen nicht mehr heraus. Zumindest nicht einfach. Hier ist gerade der Ordner ".../2009/05/01" geöffnet. Möchte ich in den Ordner ".../2009/05/03", kann ich nicht etwa eine Ordnerhierachie zurück in "...2009/05" wechseln und dann - das ginge - den Ordner "03" per Mausklick öffnen. Nein. Es gibt leider keinen Weg zurück, zumindest habe ich keinen gefunden. Das geht nur über den Datei-Dialog. Schade. Ansonsten klickt man ein Bild an und es wird geladen.

Das Entfernen roter Augen ist vorbildlich. Ein Klick ins rote Auge sollte genügen. Oder falls nicht, zieht man ein Rechteck um das Auge auf. Ansonsten gibt es unter "Bearbeiten" einige Tools, die viel bewegen können, deren Anwendung jedoch einfach gehalten ist. So kann man das Bild per Mausklick drehen, wobei einem insgesamt 8 Knöpfe zur Verfügung stehen, +/- 0,1 oder 1 oder 10 oder 90 Grad. Kein Anfassen, keine Mitte. Und ist man schnell am gewünschten Ziel. Klare Ansage, klares Ergebnis.

Eine Belichtungs-Serie auf einem Stativ aufgenommen konnte zwar die dunklen Bereiche aufhellen und sichtbar machen, ohne das die hellen Bereiche überstrahlten. Eine spektakuläre HDR-Aufnahme war das jedoch nicht. Es lag mit Sicherheit am Ausgangsmaterial, dass das Ergebnis eher flau und mittelmäßig aussah. Es tat aber, was es sollte, die Bereiche, die bei regulärer Belichtung in Schwarz absaufen, wurden erkennbar, helle Bereiche bekamen Struktur.

Auch die Handhabung von Panoramen geht in etwa so vonstatten, wie man es von einem GUI-Programm erwartet. Erstes Photo auswählen, Panorama-Funktion schalten, nächstes Bild laden, grob justieren und warten, bis es eingerechnet ist. Mit weiteren Bildern fortfahren.

In der Zeit, in der dieser Artikel geschrieben wurde, hat fotoxx das folgende Panorama errechnet, das aus vier 6MPixel-Bildern bestand und wegen des Umfangs entsprechend heruntergerechnet wurde:

Was man dem fertigen Bild, im Unterschied zu anderen Ergebnissen, nicht ansieht: Die Kamera hat einen nicht abschaltbaren Weißabgleich, so dass der Himmel im Norden (mitte-rechts) wesentlich dunkler und blauer ist als der Himmel im Westen (linker Rand). Auch wenn man das im Panorama noch erkennt, auf den Einzelaufnahmen fällt dies weit deutlicher auf. Und andere Programme lassen einen deutlichen Farbverlauf erkennen, der auf fällt. Bei fotoxx mit den Automatismen ist dies nicht der Fall, beziehungsweise deutlich gemildert.

Fazit:
Mit fotoxx, wenn es denn nicht abstürzt, gibt es also unter Linux ein Tool, mit dem man durchaus auf die Schnelle eine Belichtungsreihe zusammenrechnen kann. Oder ein Panorama erstellen, ohne sich mit hugin quälen zu müssen. Klicketiklick, Mausschubsen und fertig.