Der Drücker - Todd Bradley

Wer ist eigentlich dieser Todd Bradley, der immer föhlich in die Kameras guckt und mit einer unglaublichen Leichtigkeit bei HP WebOS und die Palm Gertäte durch drückt? Er hat bei Palm die Treos durchgesetzt.

Bevor er bei PalmOne ein steig war Bradley bei Gateway angestellt. Von PalmOne wechselte Bradley dann im Jahr 2005 zu HP. Dort übernahm er die Personal Systems Group als Executive Vice President. Damit ist er nicht ausgelastet, er ist auch Mitglied in Executive Council.

Todd hat die PSG von HP so gut aufgeräumt und, dass Ihm die Steigerung um 15 Milliarden US-$ im Bereich zugeschrieben wird. Und Intel wollte Todd auch gerne abwerben. Doch scheinbar gefällt es Todd bei HP, vor allem, als er seine alte Firma wieder einkaufen konnte.

In einem Interview mit Bloomberg gibt Todd zu, dass die Einführung des TouchPad am 1.7.2011 eine sanfte war, man wolle Rückmeldungen von den ersten Kunden bearbeiten. Richtig los gehen soll es ab dem 17. Juli 2011, mit mehr Apps, mehr Werbung, mehr Geräten und den demnächst mit einem ersten Update. Obwohl er von OTA (over the air) spricht dürften die Updates einfach über das Netz kommen, Wifi, ein UMTS Modell kommt ja erst später. Worauf er hinweisen wollte, das Update funktioniert wohl ohne zusätzlichen Computer, setzt also keine USB Verbindung voraus. HP baut ja keine iPadd-Klones die ohne Verbindung zu iTunes darben. Die Einführung von WebOS-Geräten sei kein Sprint, sondern ein Marathon.

Wohl einer mit Fehlstart. Denn nach der Übernahme von Palm durch HP zeichnete sich die neue Gemeinschaft durch Abwesenheit kaufbarer Produkte aus. Da bleibt zu hoffen, das DeWitt sich mehr ins Zeug legt. Aber Bradley hat andere Möglichkeiten als Rubinstein bei Palm hatte. Er hat Geld mehrere Produkte gleichzeitig zu entwickeln, er muss nicht sofort Gewinne ausweisen. Und er hat das Geld große Werbekampagnen durchzuziehen und auch Prominente einzukaufen. Er hat auch das Geld App-Entwickler einzukaufen.

Gelingt es seinen Entwicklern die von den Verbrauchern wahrgenommenen Nachteile gegenüber dem Wettbewerb zu mildern oder zu beseitigen, und bringt er die Entwickler dazu Apps zu schreiben, ist der Plan bald Nummer 2 hinter Apple zu werden vielleicht doch nicht so größenwahnsinnig wie man oberflächlich denken mag. Denn HP hat den Vorteil genügend Patente und Marktmacht mitzubringen, um Apple und Microsoft die Lust auf Patentklage vergehen zu lassen. Google muss sich von Oracle vor den Kadi ziehen lassen, während HP das mit Oracle tut.

Und ich unterstelle, das HP und Bradley mit WebOS noch ganz andere Pläne haben, wenn ich mir HPs iMac Alternative, die Touch-All-In-Ones ansehen, da erkenne ich Möglichkeiten. Und die Kundschaft ist Microsoft Windows müde und stürzt sich darauf mit fettigen Fingern Mantras auf glänzende Oberflächen zu malen, weil darunter lustige Bilder hüpfen.

Trotz all der Möglichkeiten darf man eines nicht vergessen. Todd ist auch als Aufräumer bekannt. Das hat Rubinstein offensichtlich schon zu spüren bekommen, indem er jetzt weniger um WebOS entwickeln darf, sondern mehr Hardware für alle Geschäftsbereiche. Und Todd wird auch Palm komplett abwickeln, schafft es das Produkt-Portefeuille nicht Gewinne zu erzielen. Todd wird nicht lange lächelnd zuschauen sondern lächelnd handeln. Und der Wettbewerb würde bestimmt besser schlafen, wenn Todd bei ihnen angestellt wäre und Rubinstein das Unterfangen allein versuchen würde.

Und wer Glück hat, wird Todd mal auf dem Oktoberfest über den Weg laufen, dort feiert er gerne, so die Legende.

Siehe auch:
http://www.precentral.net/todd-bradley-confirms-dewitt-hp-touchpad-marke...
http://articles.boston.com/2011-07-12/business/29765790_1_leo-apotheker-...
http://www8.hp.com/us/en/company-information/executive-team/bradley.html
http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:kopf-des-tages-todd-br...
http://venturebeat.com/2010/04/28/bio-todd-bradley-hp-palm/