Angst vor Google+

Schon bei Google+ dabei? Als Facebook-Verachter und Facebook-Link Blocker nutzte ich doch mal die Gunst einer Einladung und meldete mich an, nicht beim sozialen Netzwerk, aus meiner Sicht.

Wer in Google+ nur ein weiteres soziales Netzwerk sehen will, kann das gerne tun, zeigt aber das sein Denken nicht über die statische, uniforme Facebook-Vorgabe hinaus geht. Ich sehe mehr, denn in der oberen Leiste von Google+ findet sich neben EMail, Kalender, Maps, Bilder, Texte, Kalkulation, Video-Konferenz, Chat, Games, Musik, Filme, ... verdammt viel, was mich nicht sofort an ein soziales Netzwerk denken läßt, sondern an ein Betriebssystem beziehungsweise eine GUI.

Ob es ein neues Paradigma ist, weiß ich nicht. Man könnte es auch als vereinfachten Desktop ansehen, der neue Fenster oder virtuelle Desktops als neuen Tab im Browser anlegt. Denkt man sich die bisherigen Betriebssysteme, die den Browser starten, erst einmal weg und nimmt ChromOS, dann ist Google+ die GUI. Eine universelle, adaptierbare. Und eine, die ankommen wird. Denn neben den essentiellen Aufgaben stellt eines herkömmlichen Desktops stellt Google+ auch noch die Integration im www bereit.

So sehe ich den Angriff von Microsoft gegen Motorola ( siehe http://www.bloomberg.com/news/2011-08-22/microsoft-says-motorola-s-andro... ) letztendlich als Versuch, die Verbreitung von Android und ChromeOS so schwer als Möglich zu gestalten. Wird Google+ weitläufig akzeptiert, dient Microsofts Windows im aller besten Fall lediglich als Starter für Google Chrom Browser. Bis man dessen Startzeit überdrüssig wird und gleich ChromeOS installiert? Laufen die Zweige von Android und ChromeOSin absehbarer Zeit zusammen, kann Google damit Punkten, das Android aka ChromeOS jeder vom Mobiltelefon kennt, da fällt es leicht das auch auf dem NetBook, Laptop oder Desktop zu nutzen, wenn man eh nur Google+ und das Web nutzt.

Es geht nicht um Facebook, Skype, Filme, Musik und Dokumente, es geht darum, ob Google mit Google+ das liefert, womit die Nutzer in Zukunft Computer bedienen. Der Versuch Google von allen Seiten zu attackieren, zeigt, wie gut Googles Versuch ist. HPs webOS hätte nur dann eine Chance gehabt, wenn die breite Unterstützung durch Google gesichert ist. Davon konnte man nach den Aufkauf von Motorola wohl nicht mehr ausgehen.

Kommentare

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Google-

Hallo,

Google als Suchmaschine ist schon toll. Und es gibt auch ein paar andere Sachen, die ich gerne nutze (google maps z.B.)

ABER, inzwischen geht es darum an alle Daten der Nutzer zu kommen, alle möglichst gut zu "profilieren" und "lokal" zu entmündigen. Meine Daten (e-mail, Bilder, etc) gehören mir und deshalb hab ich sie auch nie free-Hoster gestellt (die haben sich nämlich in der Anfangszeit Verwertungrechte an allem was bei ihnen eingestellt wurde gesichert), habe nie gmail o.ä. genutzt.

Wenn Konzerne zu groß und zu viele Dienstleistungen verknüft werden, wird es IMHO gefährlich, weil man sich
a) in Abhängigkeiten begibt (siehe Microsoft),
b) sich Nutzungsbediengungen von ihnen für eigne Geräte diktieren lassen muss (siehe Apple) und
c) sich blind daruf verlasen muss, dass sie mit meinen Daten keinen Schindluder trieben (die Cloud klaut).

Außerdem geht damit der Communitygedanke m.E. den Bach runter. Niemand baut mehr eigene Strukturen auf um eigene Idee zu verwirklichen, sondern bewgt sich nur noch in den Vorgagben der Anbieter.
Communities hatten immer auch etwas anarchiesches selbstbestimmtes. Das geht so verloren.

Ich hoffe, ich kann der Cloud und Social-Network-Hype ist genau das, ein Hype und geht vorüber.

Bis dann

R"udiger

Google ist schon verdammt gut

beängstigend gut.

Der Anfang

Das was jetzt bei Google sichtbar ist, sollte man mit einer frühen Alpha-Version vergleichen. Es wird viel mehr kommen, da bin ich mir sicher.

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